In der KI-Welt sitzen die Scheckbücher aktuell locker. Vielleicht sogar zu locker.
Einige Zahlen aus den letzten Wochen:
- xAI → 10 Mrd. USD eingeworben (Juli) nach 6 Mrd. USD (Dezember)
- Meta → 14,3 Mrd. USD für Scale AI; zusätzliche Neueinstellungen mit Gehältern von bis zu 10 Mio. USD pro Kopf
- Thinking Machines Lab → 2 Mrd. USD Seed-Finanzierung (die höchste aller Zeiten)
- OpenAI → 40 Mrd. USD Finanzierungsrunde (März) bei einer Bewertung von 300 Mrd. USD
Die momentane Realität?
- GenAI-Marktprognose von Gartner: 644 Mrd. USD – aber nur 10 % davon entfallen auf Software und Dienstleistungen, also die eigentliche KI
- OpenAI: 10 Mrd. USD Umsatz bei 5 Mrd. USD Verlust
Visionäre Prognosen zur Kapitalbeschaffung können die Notwendigkeit nachhaltiger Geschäftsmodelle nicht ersetzen, die solch gewaltigen Investitionen eigentlich zugrunde liegen müssten.
Natürlich plädieren Unternehmen wie die BCG für eine massive Transformation, da „führende Unternehmen ihre KI-Investitionen darauf ausrichten, Schlüsselfunktionen neu zu gestalten und neue Angebote zu erfinden, anstatt sich auf kleinere, produktivitätsorientierte Initiativen zu konzentrieren.“
☝ Was dabei übersehen wird: Digitalisierung durch KI war noch nie eine einzelne, alles verändernde „Moonshot“-Investition. Es sind die vielen kleinen Erfolge – das Datenfundament, iterative Verbesserungen und eine Infrastruktur, die tatsächlich mit dem Unternehmen mitwächst.
Ist dieser KI-Investitionsrausch gerechtfertigt oder wird hier gerade die nächste Blase aufgepumpt?